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QNX sucht Beta-Tester für das Betriebssystem des AmigaNG (08.07.99)
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»Einhaltung unseres Versprechens an die Amiga® Gemeinde

Dan Dodge
CTO und Gründer von QNX Software Systems

Letztes Jahr im November auf der Computer '98 Show in Köln versprach ich, daß QNX ein fortschrittliches Betriebssystem ausliefern würde, welches Amiga wieder an die Technologiespitze heben würde. In den letzten sieben Monaten hatten wir ein Team von über 40 Entwicklern damit beschäftigt dieses Versprechen einzuhalten und die Vision zur Realität werden zu lassen. Nun sind wir mit unserer Entwicklung im Endstadium und somit in der Lage, diese neue Technologie in die Hände von Tausenden von ernsthaften, enthusiastischen Entwicklern zu legen.

QNX wird oft mit UNIX, LINUX und BSD verglichen. Wir benutzen die gleichen POSIX API's und der meiste Quellcode, der für diese Systeme geschrieben wird, kann recht einfach nach QNX portiert werden - aber hier ended auch schon die Ähnlichkeit. Basierend auf einer 20jährigen Erfahrung mit Betriebssystemen hat QNX eine von Grund auf andere Architektur. QNX ist ein extrem skalierbares, multi-threaded, fehlertolerantes Echtzeitbetriebssystem, das für Geräte und Computer jeder Größe und jeden Types entwickelt wurde. QNX besitzt eine einzigartige Netzwerkarchitektur, bei der nicht auf jedem Rechner große, umfassende Protokollstacks benötigt werden. Neu an das Netzwerk angeschlossene Geräte, werden einfach automatisch von anderen Geräten im Netzwerk "erkannt" und alle Dienste und Peripherien dieser neuen Komponete können von jedem anderen Gerät im Netzwerk genutzt werden. Weiterhin ist QNX das einzige Self-hosted Echtzeitbetriebssystem, auf dem die Entwicklungsumgebung und die Target-Umgebung zur Laufzeit ein und dieselbe ist. Und obwohl QNX nicht Open-Source ist, haben wir eine "Open-Source"-Police für hardware-spezifische Treiber. Dieses erlaubt uns einen kontinuierlichen Support der neuesten Hardware bei gleichzeitiger Pflege unserer Kernel-Technologie. Eine noch wichtigere Eigenschaft dabei ist, daß QNX seinen Focus garantiert auf zukünftige Perspektiven konzentriert.

Wenn Sie sich bisher noch nicht unsere Webseiten angesehen haben, laden wir Sie hiermit ein mehr über das QNX Echtzeitbetriebssystem und Photon microGUI® zu erfahren. Für den Fall, daß Sie etwas tiefer in die Materie einsteigen möchten, können Sie sich einige Screenshots der neuen, atemberaubenden lock-and-feel Oberfläche für Photon ansehen (für einen größeren Bildausschnitt klicken Sie unten bitte auf das jeweilige Image). Weiterhin finden Sie das neue QNX Neutrino System Architektur Handbuch online auf unserem Server.

Kurz zusammengefaßt, QNX ist der Kernel und Photon die grafische Oberfläche für unsere neue Betriebssystembasis:

QNX - Unterstützt POSIX Threads, MMU-geschützten Speicherbereich für alle Applikationen und Treiber, viele verschiedene Filesysteme (QNX, Flash, DOS, CD/DVD-ROM, etc.), TCP/IP, transparent verteiltes Netzwerk und Entwicklungsbibliotheken.

Photon microGUI - Komplettes Windowing System mit voller Unicode-Unterstützung für intergrierte Internationalisierung. Weiterhin enthalten ist ein visueller Application Builder (PhAB), eine leistungsstarke Entwicklungsumgebung (verschiedene Bibliotheken, über 50 Widgets, integrierter Image-Support, Online Dokumentation, etc.), Web Browser, Multimedia Player, 3D Grafik und Unterstützung für Spiele.

Obwohl Photon eine einzigartige neue grafische Oberfläche repräsentiert, arbeitet es nahtlos mit bereits existierenden Windowing Systemen zusammen. Sie können z.B. von einem Windows Desktop eine Verbindung zu einem Photon Desktop aufbauen oder umgekehrt von einem Photon Desktop auf einen Windows Desktop zugreifen. Und weil eine große Anzahl existierender Sourcen das X-Window System nutzen, ermöglichen wir Entwicklern Ihre Applikation für X-Window zu kompilieren und anschließend diese Applikation unter Photon laufen zu lassen.

QNX Developers Network für Amiga-Benutzer

Um diese Technologie an Amiga-Entwickler weiterzugeben, haben wir die QNX Developers Network for Amigans ins Leben gerufen. Qualifizierte Amiga-Entwickler werden - kostenlos - ein komplettes Beta-Entwicklungspaket erhalten, welches das QNX Echtzeitbetriebssystem, eine Reihe von neuesten Multimedia Technologien, die einzigartige netzwerk-transparente Photon microGUI und eine Self-hosted Entwicklungsumgebung enthält. Wir werden außerdem eine engagierte Online Newsgroup sowie eine eigene Webseite einrichten, um die jeweils neuesten technologischen Updates bereit zu stellen und Vorschauen zu veröffentlichen.

Anfänglich suchen wir interessierte Beta-Tester, die vorhandene Applikationen portieren oder neue Appliaktionen entwickeln. Firmen oder einzelne Entwickler sind herzlich eingeladen an unserem Programm teilzunehmen - die einzige Bedingung ist Engagement. Wir wollen aktive Beta-Tester - keine müden Mitläufer - die uns ein aktives und wertvolles Feedback versprechen.

Sicherlich muß Engagement aus beiden Richtungen kommen. So wollen wir zusätzlich zu unserem Programm ab jetzt aktiv und stimmhaft in allen angemessenen Newsgroups und Magazinen vertreten sein. Wir freuen uns als ein aktives Mitglied in der Amiga-Gemeinde mitwirken zu können und eng verbunden mit Amiga-Mitgliedern zusammen zu arbeiten, um die nächste Revolution in der Multimedia Branche zu initieren.

Anfängliches Release

Unser anfängliches Beta-Release wird für x86-Rechner sein. Viellleicht mag die Entscheidung für diese Hardware-Plattform für einige zuerst unerwünscht klingen, geben wir doch zu bedenken, daß die meisten QNX Applikationen und Treiber identischen Quellcode für alle CPU's und Mainboards besitzen. Jede Applikation und jeder Treiber die für x86er entwickelt werden, können jedoch sehr einfach auf andere unterstützte Plattformen gebracht werden. Wir haben die x86-Plattform auch einfach deshalb gewählt, weil es zur Zeit die am weitesten verbreitete Hardware-Lösung mit geringen Kosten ist und wir die erste Beta-Version veröffentlichen wollen - im Herbst.

Sind Sie interessiert?

Wenn Sie interessiert sind und an unserem Programm QNX Developers Network for Amigans teilnehmen möchten, klicken Sie bitte hier, um das Anmeldeformular auszufüllen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, schicken Sie uns eine
Email: amiga@qnx.com

Wenn Sie oder Ihre Firma gegenwärtig schon Applikationen haben, die portiert werden sollen, sind Sie gerne eingeladen sich direkt mit der Abteilung für Strategische Allianzen der QNX Software Systems Ltd. in Verbindung zu setzen. Email: amiga-ports@qnx.com, Tel.: +1 613 591-0931.«

(Quelle: QNX)

Das im Text erwähnte Anmeldeformular kann mit http://www.qnx.com/amiga/register.html abgerufen werden.

Zug 2: Amiga

AMIGA verwendet Linux als Kernel für das AmigaNG-OS, dt. Version (09.07.99)
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»OFFENER BRIEF AN DIE GEMEINSCHAFT ----------------------------------

Linux-Ankündigung

Liebe Amigianer,

Nach Monaten der Forschung und tiefgehenden Diskussionen mit all unseren Technologiepartnern haben wir uns entschieden, Linux als den primären OS-Kernel für das neue Amiga Operating Enviroment (OE) zu benutzen. Ich weiß, daß diese Entscheidung angesichts der früheren Ankündigungen und Aktivitäten in Verbindung mit QNX ein Schock für viele von Ihnen ist. Dies war eine sehr komplizierte und schwierige Entscheidung für uns, und ich versichere Ihnen, daß ich diese Entscheidung nicht ohne erhebliche Nachforschungen und Überlegung getroffen habe. Wir haben Linux seit Februar untersucht, aber haben unsere entgültige Entscheidung erst vor wenigen Wochen getroffen. Wir hatten geplant, diese Entscheidung in unserer Technologie-Einführung, die in den nächsten Tagen erscheinen sollte, der Amiga-Gemeinde mitzuteilen.

Ich bin gezwungen, die Entscheidung für Linux vor der Technologie-Einführung mitzuteilen, aufgrund der in den letzten Tagen von QNX ausgegebenen Information. Diese Information war nicht von Amiga überprüft oder abgesegnet. Im Licht unserer Entscheidung für Linux betrachtet, ist diese Information verwirrend und irreführend, und deshalb möchte ich mir die Zeit nehmen, die Situation zu klären. Ich kann keine Details der Diskussion zwischen Amiga und QNX nennen, da wir rechtlich verbindliche Stillschweigensabkommen geschlossen haben, aber ich kann mit Ihnen über unsere Entscheidung für den Linux-Kernel sprechen. Ich denke, daß Sie zustimmen werden, daß dies die richtige Entscheidung ist, sobald Sie die Gründe für diese Entscheidung verstehen.

Bevor ich fortfahre, sollte ich erwähnen, daß unsere technologische Entscheidung nicht negativ auf QNX zurückfallen soll. Ich glaube, daß QNX eine gute Firma mit einer großartigen Technologie ist. Ich glaube nur, daß Linux uns eine bessere Chance gibt, unsere Pläne erfolgreich durchzuführen.

Die Entscheidung, QNX als unseren OS-Partner für den Multimedia Convergence Computer der nächsten Generation zu benutzen, wurde Ende letzten Jahres gefällt. Als ich im Februar die Stelle des Präsidenten von Amiga übernahm, startete ich eine tiefgehende Überprüfung existierender Pläne und Entscheidungen von Amiga. Als Präsident von Amiga mußte ich sichergehen, daß wir eine Strategie und einen Ausführungsplan definieren, der es Amiga und der Amiga-Gemeinde erlaubt, erfolgreich zu sein. Wir überprüften unsere Strategie, Architektur-Entscheidungen, Technologiepartner und Durchführungspläne. Während dieser Überprüfungsphase haben wir auch eine Anzahl sehr talentierter und erfahrener Personen eingestellt, die uns helfen sollen, unsere technologischen und Produkt-Entscheidungen fertigzustellen. Ich bin zuversichtlich, daß wir jetzt einen soliden und aufregenden Plan haben, in den die Leute Vertrauen haben können.

Linux hat als rentable, offene OS-Alternative am Markt im vergangenen Jahr signifikant an Schwung gewonnen. Dieser Schwung, die wachsende Bereitschaft zu Linux-Anwendungen durch eine breite Vielzahl von Software-Herstellern, und die wachsende Verfügbarkeit von Linux-Gerätetreibern durch Hardware-Hersteller, machten es zu einem verführerischen Kandidaten. Zusätzlich zu den Ressourcen, die alle nennenswerten Teilehersteller in die Entwicklung von Linux-Treibern investierten, war es schwierig, diese zu einer Portierung zu noch einem weiteren Betriebssystem zu überzeugen. Das Linux OS als Grundlage für unser Amiga OE zu verwenden, erlaubt es uns, auf eine große Zahl verfügbarer Software, Treiber und Utilities zurückzugreifen. Das erlaubt es uns, schnell verschiedene Grafikkarten und andere Peripherie zu unterstützen.

Angesichts der oben genannten Vorteile haben wir entschieden, eine tiefgehende technische Analyse von Linux durchzuführen, um zu entscheiden, ob es ein sinnvoller OS-Kernel für unser neue Amiga-Betriebsumgebung (OE) sein könnte. Als wir Higher-Level Teile unserer Betriebsumgebung und AmigaObjectTM-Architektur auf Linux portierten, entdeckten wir einige signifikante Performance-Vorteile des Linux-Kernel in Bereichen wir verteiltes Objekt-Messaging über Netzwerk (bis zu 10X schneller als WindowsNT). Obwohl Linux-Konfigurationen sehr umfangreich sein können, sind die Kernteile des Linux-Kernel in der Tat sehr klein und effizient. Bei der Beurteilung der Hardware-Anforderungen entdeckten wir auch Firmen, die an Linux-optimierten Hardware-Komponenten arbeiten. Zusätzlich ist Linux das wahrscheinlich stabilste Betriebssystem, das am Markt erhältlich ist. Nach Monaten tiefgehender Untersuchungen sind wir überzeugt, daß wir einen sehr aufregenden Amiga der nächsten Generation bauen können, basierend auf dem Linux OS-Kernel.

Bedeutet das, daß der Amiga der nächsten Generation nicht einzigartig sein wird? Absolut nicht! Bedenken Sie, daß der OS-Kernel nur eine Komponente des neuen Amiga OE ist, und daß die Hardware einzigartig ist. Die revolutionäre Natur des Amiga OE liegt in der Art, wie das traditionelle Betriebssystem erweitert wird, um eine Host-Umgebung für eine neue Klasse von protierbaren Anwendungen bereitstellt; Applikationen, die in einer umfassenden Computer-Netzwerk-Umgebung existieren. Wir werden verschiedene Technologien integrieren, inklusive einer effizienten Windowing-Umgebung und einem einzigartigen Benutzerinterface.

Auf den Punkt gebracht haben wir uns für die Verwendung von Linux entschieden aufgrund des unbeschreiblichen Schwungs und der Tatsache, daß es solide Technologie und eine gute Grundlage für unser neues Amiga OE ist. Zusätlich ist die Linux-Gemeinde eine beeindruckende Kraft, an der wir uns ausrichten sollten. Wir teilen viele gemeinsame Werte und Ziele mit der Linux-Gemeinde. Linux als OS-Kernel zu benutzen, erlaubt uns, ein einzigartige und revolutionäre Betriebsumgebung zu bauen, während wir den enormen Schwung von Linux ausnutzen.

Die bald veröffentlichte Technologieeinführung wird unsere Architektur weiter erklären, sowie die Pläne, wie all die ausgewählte Technologie integriert werden soll. Sobald Sie dies lesen, da bin ich sicher, werden Sie die revolutionäre Natur des Next Generation Amiga verstehen. Ich versichere Ihnen, daß Amiga und die Amiga-Gemeinschaft eine treibende Kraft der nächsten Computerrevolution sein werden.

Sincerely,
Jim Collas
President, Amiga

(Quelle: AMIGA)

Die deutsche Übersetzung stammt von Martin Baute und kann auf http://www.amiga-news.de/archiv/090799linux.html nachgelesen werden. Vielen Dank an Petra Struck für das Recht zur Veröffentlichung.

Zug 3: QNX

QNX meldet sich zu AMIGAs Kernel-Entscheidung zu Wort (10.07.99)
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Es folgt eine deutsche Übersetzung von Martin Baute, die auf http://www.amiga-news.de zu finden ist. Das Original von QNX folgt im Anschluss daran, danach gibt es ein Fazit von mir.

»Wo stehen wir?

Vor acht Monaten wurden wir von Amiga ausgewählt als Partner für die OS-Grundlage. Unsere Entwicklergruppe war aufgeregt, Teil der Wiedergeburt eines solch innovativen Produkts zu sein. Um der Herausforderung gewachsen zu sein, das wußten wir, würde erheblichen Aufwand von unserer Seite erfordern. Schon bald nach der Ankündigung der Allianz hatten wir ein Team von Leuten an der Arbeit an unserem Teil des Amiga NG. Im Laufe der nächsten Monate haben wir mehr und mehr unserer Entwicklungsressourcen dazu eingesetzt, QNX zu einer fortgeschrittenen Multi-Media-Plattform zu machen. Unsere Investitionen bisher waren signifikant. Dies waren Kosten, die von uns selbst getragen wurden. Heute ist durch Jim's Brief klar, daß wir nicht für den Next Generation Amiga ausgewählt wurden. Natürlich sind wir frustriert. Also, wo stehen wir nun? Es ist nicht unsere Absicht, die Amiga-Gemeinde zu verwirren. Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben, und wollen die Amigianer an dem beteiligen, was wir geschaffen haben. Ich habe das Versprechen gegeben, ein Betriebssystem abzuliefern, und ich beabsichtige, dieses Versprechen zu halten. Ich möchte die Gemeinschaft nicht spalten, und ich möchte auch nicht einen Krieg der Worte beginnen. Ich bitte Sie nicht, mir zu "vertrauen" oder mich beim Wort zu nehmen. Sowohl QNX als auch Amiga haben versprochen, in der nahen Zukunft Technologie in Ihre Hände zu legen. Ich bitte Sie nur, Ihre Einschätzung von QNX auf dem aufzubauen, was wir tun und was wir liefern. Danke für die überwältigende Unterstützung, die wir bis jetzt erhalten haben.

Dan Dodge
CTO, QNX Software Systems«

Und nun das Original von QNX:

»Where do we stand?

Eight months ago we were chosen by Amiga as their foundation OS partner. Our development group was thrilled to be part of the rebirth of such an innovative product. To meet the challenge we knew it would take a tremendous effort on our part. We had a team of people in place working on our part of the Amiga NG soon after the alliance was announced. Over the next few months we involved more and more of our engineering resouces towards making QNX an advanced multi-media platform. Our investment so far has been significant. These are costs we have born ourselves.

It is clear today from Jim's letter that we were not chosen for the next generation Amiga. Naturally we're disappointed. So, where do we stand now? It is not our intent to confuse the Amiga community. We are proud of what we have accomplished and want to include Amigans in what we've achieved. I did make a promise to deliver an operating system and I intend on keeping that promise. I don't want to split the community, nor do I wish to engage in a war of words. I don't ask you to "trust" me or to take me at my word. Both QNX and Amiga have promised to deliver technology into your hands in the very near future. I ask only that your assessment of QNX be based on what we do and what we deliver.

Thanks for the overwhelming support we have received so far.

Dan Dodge
CTO, QNX Software Systems«

(Quelle: QNX)

Fazit: ------

Wer gestern oder heute in den diversen Amiga-Newsgroups oder -Foren hereinschaute, hat es bemerkt: Die Wellen schlagen hoch, anfangs herrschte sogar eine hysterische Stimmung, die leider durch einige gravierende Missverständnisse (mit)verursacht wurde. Das Wichtigste: Linux wird NICHT das Betriebssystem des AmigaNG sein, lediglich der KERNEL, also der Grundbaustein von Linux, wird von AMIGA verwendet. Es ist gut möglich, ja in meinen Augen sogar sehr wahrscheinlich, dass das AmigaNG-OS vollkommen andere Eigenschaften als die bekannten Linux-Distributionen aufweisen wird.

Die Art und Weise, wie die Information von AMIGA bekanntgegeben wurde, war sicher nicht ideal. Allerdings sollten wir nicht voreilig dem AMIGA-Präsidenten die Schuld dafür geben. Immerhin ist die Entscheidung laut Jim Collas erst vor wenigen Wochen gefallen; die jetzt veröffentlichten Informationen sollten in dem für die nächsten Tage angekündigten Technologiepapier sowieso enthalten sein. Und da finde ich es schon etwas merkwürdig, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt QNX, das vorher so gut wie nie mit der Amiga-Gemeinde kommuniziert hat, sich mit einem offenen Brief an die Amiga-Gemeinde wendet und Beta-Tester zur Mitarbeit aufruft.

Die Entscheidung zugunsten QNX ist bekanntlich noch von einer anderen AMIGA-Führung, von dem ehemaligen Chef der Entwicklungsabteilung, Jeff Schindler, getroffen worden. Wenn Jim Collas sie nun revidiert, zeugt das aus meiner Sicht von Konsequenz, Stärke und Mut (wie die Reaktionen in der Öffentlichkeit beweisen). Ein anderer an der Spitze hätte sich vielleicht, selbst wenn er ebenfalls zu der Meinung gekommen wäre, dass eine falsche Entscheidung getroffen worden war, dazu entschlossen, das Projekt trotzdem ohne Änderungen durchzuziehen, vielleicht schon wegen der Kosten: Denn zweiffelos lässt sich QNX die bislang geleistete Arbeit teuer bezahlen, andere Vertragsmodalitäten sind kaum vorstellbar.

Wir sollten auch nicht übersehen, dass die Zielrichtung des AmigaNG unter Jeff Schindler eine ganz andere war als bei Jim Collas: Schindler strebte an, ein einziges Gerät für möglichst viele Aufgaben zu kreieren. Zwar will auch Collas die Amiga-Technologie universell nutzen, jedoch auf eine vollkommen andere, revolutionäre, Weise (mehr dazu hoffentlich im Technologiepapier). Offenbar war auch dies ein Grund für den Wechsel hin zum Linux-Kernel. Denn der Amiga-Präsident hat in seinem Brief ja betont, dass dieser in Tests besonders gute Netzwerkfähigkeiten gezeigt hätte (die für den AmigaNG nicht gerade unwichtig sein werden, nur soviel an dieser Stelle...).

Und noch ein Wort zu QNX selbst: Zwar kann und will ich das Produkt nicht kritisieren, das steht mir schon mangels QNX-Praxiserfahrung nicht zu, aber mich hat eines in den letzten Monaten immer stärker verwundert: Wenn QNX wirklich so revolutionär und leistungsfähig, also einfach 'super', ist, warum reißen sich die diversen Firmen dann nicht darum? Wieso ist in den Medien von QNX so wenig zu vernehmen?

Ich fordere hiermit alle Amiga-Anwender auf, Ruhe zu bewahren und das AMIGA-Technologiepapier sowie die Berichterstattung von der World of AMIGA abzuwarten. Ich habe keinerlei Zweifel, dass sich dann vieles aufklären wird.

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Zug 4: Amiga

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AMIGA-Präsident Jim Collas wendet sich an die Gemeinde, dt. V. (10.07.99)
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»Liebe Amiga-Freunde,

ich habe viele der Kommentare der Amiga-Gemeinde über unsere Linux-Entscheidung gelesen. Mein Schlüsseleindruck über die Reaktionen, die ich erhielt, ist der, dass einige Leute unsere Pläne für den Amiga der nächsten Generation nicht richtig verstanden haben. Die Schuld daran trage ich und wir arbeiten daran, das Missverständnis in unserem nächsten Technologie-Papier aufzuklären. BITTE, BITTE, BITTE urteilen Sie nicht über die Linux-Entscheidung, bis Sie dieses Papier lesen konnten! Das grundlegende OS ist nur eine Komponente unserer Betriebs-Umgebung (operating environment). Zusätzlich zum OS gibt es noch viele Komponenten der Hard- und Software-Technologie, die im endgültigen Produkt integriert sind. Das zu Grunde liegende OS ist nicht das, was den Amiga der nächsten Generation so revolutionär macht. Sie werden das noch klarer erkennen, sobald wir das "Technische Papier" in den nächsten Tagen veröffentlicht haben werden. Ob wir nun QNX oder Linux verwenden, der neue Amiga wird aufregend, elegant, leicht bedienbar, unglaublich effizient und ja, wirklich revolutionär sein!

Ich möchte anmerken, dass ich strikt gegen Linux war, als es zum ersten Mal im März vorgeschlagen wurde. Es bedurfte einer mehrere Monate langen intensiven Untersuchung, um mich zu überzeugen, dass die Entscheidung richtig war. Ich versichere Ihnen, dass diese Entscheidung nicht ohne tiefgehende Überlegungen getroffen wurde. Ich hätte mich nicht für Linux entschieden, wenn ich nicht glauben würde, es biete uns eine bessere Gesamtlösung mit einer deutlich höheren Erfolgserwartung.

Ich möchte auf die Linux-Enscheidung noch tiefer eingehen und mit dem Begriff "revolutionär" beginnen:

rev·o·lu·tion·ary ("re-v&-'lü-sh&-"ner-E): adjective; 1 c: constituting or bringing about a major or fundamental change in the way of thinking about or visualizing something: a change of paradigm

(Anm.d.Ü.: J.C. zitiert aus einem Wörterbuch. Bedeutung etwa:)

revolutionär (Ausprachebeschreibung): Eigenschaftswort; eine wichtige oder grundlegende Änderung der Denkweise oder der Ansicht über etwas festlegend oder zustandebringend: ein Wechsel der Anschauungsweise

Der Schlüsselimpuls hinter unseren Plänen ist der, dass wir mit einem echt revolutionären Produkt herauskommen wollen, welches die nächste Computer-Revolution antreiben kann. Gemäß der Definition sind revolutionäre Ideen nicht leicht zu erkennen und schwierig zu verbreiten. Der in Kürze zu erwartende technologische Bericht wird Ihnen helfen zu verstehen, warum der Amiga der nächsten Generation revolutionär ist. Sie müssen Ihre Gedanken öffnen, weil revolutionäre Produkte IMMER über das Normale hinausgehen, während die meisten Menschen im Sinne des Normalen denken. Sobald Sie verstanden haben, was den Amiga der nächsten Generation einmalig und revolutionär macht, werden Sie auch verstehen, warum die Auswahl von Linux anstatt QNX keine kritische technologische Entscheidung ist.

Unser Entwicklungsphilosophie war es, eine gute Lösung für die hergebrachten Teile des OS zu finden und darauf unsere revolutionären Teile aufzubauen. So einfach ist das! QNX ist eine gute technische Lösung für die OS-Komponenten, aber es stellt deutliche Anforderungen an den Markt und die Industrie. Linux hat die Ideen und Hilfsmittel der meisten wichtigen Teile-Hersteller und Technologie-Anbieter absorbiert. Ich kann einfach nicht glauben, dass wir genug Schwung bekommen, wenn wir nicht die Kraftquellen von Linux anzapfen. Bei Linux haben wir ständig Zugang zu neuer Technologie und neuen Komponenten, so wie sie auf den Markt kommen. Mit QNX hätten wir eine neue Plattform herausbringen können, aber ich glaube nicht, dass wir mit der schnellen Entwicklung der Technologie in der Computer-Industrie mithalten könnten. Bei Gateway war ich führend in der Produktion dieser Industrie tätig und habe tiefgreifende Erfahrungen auf dem Gebiet. ES WAR MEINE ÜBERZEUGUNG, DASS WIR AUF DIESEM WEGE SCHEITERN WÜRDEN. Bitte nehmen Sie diese Feststellung zur Kenntnis! Wie hätte ich mich gegen Linux entscheiden können, wenn ich fest daran glaube? Wie hätten wir auf einem Weg weitergehen können, von dem ich glaube, dass er uns in die Irre führt? Wem nützt es, wenn wir versagen?

Wir sollten nun über die Linux-Technologie selbst sprechen. Viel Leute sehen Linux als stabiles, aber großes und wenig wirksames OS an. Auch ich hatte diese Meinung, als Linux zum erstenmal vorgeschlagen wurde. Also verbrachten wir beträchtliche Zeit, um Linux mit seinen Stärken und Schwächen zu verstehen. Wir haben unsere Linux-Auswertungen sogar intensiv mit Linus Torwalds besprochen, um die Für und Wider besser zu verstehen. Linux entwickelt sich sehr rasch weiter und ich war sehr zufrieden, dass es ganz bequem unsere technologischen Anforderungen erfüllen kann. Zum Teil ist die Größe und Ineffizienz von Linux darin zu suchen, dass es so viele Möglichkeiten und verschiedene Konfigurationen bietet. Amiga wird eine saubere und wirkungsvolle Konfiguration als Standardteil unserer Betriebs-Umgebung festlegen.

Ein weiterer Vorteil von Linux besteht darin, dass Gesellschaften daran arbeiten, die Hardware-Komponenten für den Linux-Kernel zu optimieren. Damit gewinnen wir Effizienz und verbesserte Leistung für den MCC durch enge Anbindung der Hardware- und Software-Komponenten. Die MCC-Harware wird sehr stark sowohl für den Linux-Kernel wie auch für Java optimiert sein. Zusätzlich zum einmaligen Amiga OE wird der MCC Linux und Java besser unterstützen als jeder andere Computer auf der Welt. Dadurch gewinnen wir Kraft am Markt und erhöhen unsere Erfolgsausichten. Wir können erwarten, viele Amiga-Computer in die Linux-Gemeinde zu verkaufen und das ist eine gute Sache. Um Erfolg zu haben, müssen wir die Amiga-Gemeinschaft vergrößern.

Ich kann die Vorsicht verstehen, mit der viele von Ihnen dieser Ankündigung begegnen und ich werde mich intensiv darum bemühen, Ihre Sorgen wegzuräumen. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es nicht meine Absicht war die Amiga-Gemeinde in irgend einer Weise in die Irre zu führen. Ich habe hart daran gearbeitet, die bestmögliche Planung aufzubauen, um mit dem Amiga die nächste Computer-Revolution zu betreiben. Ich glaube fest daran, dass die Linux-Entscheidung zu diesem Ziel passt. Vielleicht hätte ich diese Entscheidung öffentlich machen sollen, als sie vor einigen Wochen getroffen wurde, aber ich habe gehofft, zunächst mehr über die allgemeine Architektur bekannt geben zu können. Ich bitte um Entschuldigung, die Kommunikation über dieses Problem nicht besser geplant zu haben. Ich muss jeden Tag Dutzende wichtiger Entscheidungen treffen und manche von ihnen sind nicht ideal. Es gibt sicher Leute, die die durch diese Situation hervorgerufene Verwirrung dazu benutzen werden, um eine negative Reaktion der Gemeinde anzuheizen und die sie zu spalten versuchen werden. Es ist wichtig, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen, oder wir verlieren alles. Bitte haben Sie Geduld, versuchen Sie zu verstehen und haben Sie Vertrauen. Es war eine lange und turbulente Reise, aber ich verspreche Ihnen, dass das Warten sich gelohnt haben wird.

Sincerely,
Jim Collas
President, Amiga«

(Quelle: AMIGA) Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Gernod Schomberg.

© 1999 Carsten Schröder - Der Inhalt dieser Mail darf nur vollständig und ohne Änderungen weiterverbreitet werden (z.B. in Newsgroups, Foren).

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